Aktualisiert 31.08.2026 by Jeannine Maurer
„Ich habe einfach keine Zeit, mich auch noch um mein Nervensystem zu kümmern. Die Essensthematik frisst schon meine ganze Energie.“ Das höre ich in fast jedem zweiten Erstgespräch, meistens mit einem müden Lachen hinterher. Erst letzte Woche sass eine Kundin bei mir und sagte genau das, während sie gleichzeitig ihre Ernährungsliste des Tages durchging. Ich kenne diesen Gedanken gut. Ich hatte ihn selbst. Was mich davon abgebracht hat und warum dieser Glaubenssatz genau das Gegenteil von dem bewirkt, was du dir eigentlich wünschst, erzähle ich dir hier.
Woher kommt der Glaubenssatz „Ich habe keine Zeit für mein Nervensystem“?
Die meisten Frauen mit Histaminintoleranz kommen zuerst mit einer Diagnose und einer Ernährungsliste in Berührung, aber leider nicht mit einem Hinweis auf ihr Nervensystem. In der Sprechstunde wird über DAO, Trigger-Lebensmittel und Karenzzeit gesprochen. Stress taucht in diesen Gesprächen kaum auf, dabei ist er einer der stärksten Histaminausschütter überhaupt. So bleibt im Kopf meist nur das Essensthema hängen, alles andere ist dann eine Zugabe, die man erst mühselig finden muss.
Dazu kommt natürlich, wie unser Alltag organisiert ist. Viele Termine, To do-Listen, Kids, Job, Haushalt, alles wunderbar nach Dringlichkeit sortiert. Eine Ernährungsumstellung fühlt sich dringend an, weil es direkt mit den Symptomen verknüpft ist, keine Frage. Das ist natürlich auch gut so und auch wichtig, aaaaber nicht das Einzige!
Ein paar Minuten bewusstes Atmen landet leider ganz unten auf unseren Listen, irgendwo zwischen „vielleicht später“ und „wenn ich Zeit habe“. Die Wellness-Branche macht es auch nicht vieeel besser. Sie verkauft Nervensystemarbeit gerne als Wochenend-Retreat oder teure Massagen. Dass sich viele denken, daführ fehle ihnen Zeit und Budget ist bei diesem Bild fast naheliegend.

Warum ist dieser Glaubenssatz so hinderlich?
Genau hier liegt das Problem. Wer nur an der Ernährung schraubt und den Stress ignoriert, dreht sich im Kreis. Ich seh das ständig. Frauen streichen Lebensmittel für Lebensmittel, führen Tagebücher, kochen alles selbst und trotzdem meldet sich der Körper wieder, sobald ein stressiger Tag dazwischen kommt. Die Energie, die in die perfekte Essenskontrolle fliesst, fehlt an der Stelle die den Kreislauf eigentlich durchbrechen könnte.
Mit der Zeit passiert noch etwas und das ist fast noch schlimmer. Der Glaubenssatz sorgt dafür, dass Frauen sich selbst die Schuld geben. „Ich ernähre mich doch schon soooo bewusst, warum reagiere ich trotzdem dermassen?“ oder „Was mach ich nur falsch?“ oder noch besser „Jetzt reichts, ich gönn mir nun die Tafel Schokolade erst Recht nach dem Stresstag, auch wenn ich weiss, dass ich es büssen werde“. Dabei sitzt der fehlende Baustein meistens im Nervensystem. Wer das nicht weiss, sucht die Lösung ewig an der falschen Stelle und wird dabei zunehmend erschöpfter. Das hebt den Stresspegel wieder wunderbar an und somit auch die Histaminausschüttung. Voilà, fertig ist der Salat.
Die Wahrheit über Nervensystem-Pausen!
Die Warheit ist: Nervensystemarbeit braucht selten mehr Zeit als eine SMS zu tippen. Ich teste meine Atemübungen seit Monaten an mir selbst, morgens nach einer schlechten Nacht, mittags zwischen Terminen oder abends auf dem Sofa. Wenn eine Übung in vier Minuten spürbar etwas verändert, weiss ich, sie ist alltagstauglich.
Natürlich habe ich auch Übungen die 20 Minuten dauern und die liebe und geniesse ich wenn ich mir bewusst diese Zeit schenke und die sind natürlich der absolute Hit! Danach bin ich wieder fit, energiegeladen oder eben total entspannt und voller Zuversicht.
Auch eine Kundin schrieb mir kürzlich, dass sie mitten in einer Reizüberflutung eine kurze Atemübung eingeschaltet hat und danach wieder klar denken konnte. Das kostet kaum Zeit, wirkt aber genau dann, wenn es gebraucht wird. Der Atem wirkt oft schneller als jede Ernährungsumstellung (die ist oft natürlich notwendig, aber umso effizienter in der Verbindung), weil er direkt am Nervensystem ansetzt.
Wie ich „Ich habe keine Zeit für mein Nervensystem“ überwunden habe
Ich habe genau so gedacht! Nach meiner Diagnose im Jahr 2020 hab ich erst mal alles auf die Ernährung geschoben. Bekam es ja auch so vorgeschlagen und ich war ja so etwas von überfordert!
Listen, Ausschlussdiäten, Rezepte die ich dreimal umgeschrieben habe bis sie wirklich histaminfrei waren. Gewärmt habe ich für mich auch nichts mehr, die Resten musste meine Familie dann essen. Ich dachte, wenn ich nur diszipliniert genug bin, dann wird der Rest von alleine wieder gut.
Wurde es natürlich nicht, welch ein Wunder! Die Bauchschmerzen und der Durchfall, die mich schon so viele Jahre begleitet haben, blieben, auch mit der besten Diät der Welt. Denn meinen Tagesrythmus hab ich ja nicht angepasst!
Erst als ich neben der Ernährung auch mein Nervensystem angeschaut habe, mit Yoga, Atemtechniken und kleinen Routinen für stressige Momente, hat sich etwas getan. Diese Übungen haben mich nie viel Zeit gekostet. Ein paar gezielte Minuten öfter über den Tag verteilt, haben gereicht. Heute kann ich wieder essen und geniessen, worauf ich Lust habe. Nur ganz wenige Dinge, die ich eh schon nicht mag, gehen nicht, aber der Körper ist ja schlau genug, wenn man ihm nur richtig zuhören würde…
Genau deshalb weiss ich, wie sich dieser Glaubenssatz von innen anfühlt und wie viel Erleichterung es bringt, ihn endlich loszulassen. Und glaub mir, es lohnt sich sowas von!

Du willst auch endlich dein Nervensystem beruhigen? So fängst du an!
Du brauchst dafür keine Stunde und keine Yogamatte (ausser du möchtest, weil du wie ich, fast schon süchtig davon bist).
Fang mit der 4 – 7 – 8 Atmung an: Atme tief durch die Nase ein, zähl dabei bis vier, halt den Atem für sieben Sekunden an, atme dann langsam durch die Nase für acht Sekunden aus. Wiederhole das drei bis fünf Mal. Hier eine kleine Hilfe 😉 :
Diese Atmung signalisiert deinem Nervensystem, dass er den Kampf- oder Fluchtmodus auf Entspannung stellen kann, verlangsamt den Puls und Blutdruck. Beruhigt kreisende Gedanken und reduziert Angstgefühle. Vor dem Schlafen gehen hilft es dem Körper schneller zur Ruhe zu kommen. Na, überzeugt? SO GEHT DAS!
Du siehst, das funktioniert im Auto auf dem Parkplatz genauso wie kurz vor einem schwierigen Telefonat oder direkt nach dem Aufwachen. So simpel und soooo effektiv.
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Um noch viel tiefer greifen zu können baue ich gerade meinen AtemAnker. Eine neue Methode die schnell und tief geht. Wenn du als eine der Ersten erfahren willst, wann er erscheint, trag dich in der unverbindlichen Warteliste ein, du wirst es nicht bereuen,denn nur die auf der Warteliste erhalten einen Bonus!
Vielen Dank, Jeannine, für deine interessanten und inspirierenden Blog-Beiträge. Ich lese sie wirklich sehr gerne, weil sie mich jedes Mal aufs Neue abholen und zum Nachdenken anregen. Deine Themen sind spannend, authentisch und immer wieder so nah am echten Leben. Man merkt, wie viel Herzblut dahintersteckt. 💛
Liebe Corinne, vielen herzlichen Dank für das meeega schöne Feedback! Das freut mich riesig. 🙂